Christian Wüthrich / Prof. Dr. Gerd Graßhoff
Semester: Winter 2004/05
Beginn: 21. Oktober 2004
Zeit: Donnerstag 14-16
Raum: Unitobler F011
Typ: Proseminar/Einführungskurs
Klassifikation: Wissenschaftstheorie
ECTS: 6
Wenn wir von (scheinbar) akzeptablen Prämissen unter Anwendung von (scheinbar) akzeptablen logischen Prinzipien zu (scheinbar) unakzeptablen Schlussfolgerungen gelangen, dann spricht die Philosophie von einem Paradoxon. Zur Auflösung eines Paradoxons können deshalb drei Strategien gewählt werden: wir verwerfen entweder mindestens eine der Prämissen oder mindestens eines der Deduktionsprinzipien, oder akzeptieren die Schlussfolgerung.
Durch das Aufzeigen von Inkonsistenzen in den Grundlagen der Wissenschaft und die damit verbundene Explikation der oftmals für evident gehaltenen und deshalb stillschweigend angenommenen Annahmen haben Paradoxa einen stimulierenden Impuls auf die Entwicklung der Grundlagenforschung in vielen Disziplinen ausgeübt. Zweck dieser Veranstaltung ist es eine breite Auswahl von Paradoxa zu analysieren und dabei Einblick in die Mechanismen philosophischer Argumentation sowie in die mathematische und naturwissenschaftliche Methodik zu gewinnen. An Beispielen soll so die von Paradoxa ausgehende Stimulation der Grundlagenforschung verstanden werden. Zu behandelnde Paradoxa enthalten--aber beschränken sich nicht auf--Paradoxa der Vagheit (Soriten), mathematische Paradoxa der Unendlichkeit und Abzählbarkeit (Hilberts Hotel) und der Mengenlehre (Russells Paradoxon), Paradoxa der Statistik und Wahrscheinlichkeit (Simpsons Paradoxon), Paradoxa des Raumes und der Zeit (Zenon, Zwillinge und der Grossvater), sprachphilosophische Paradoxa (Lügner) und Paradoxa aus der Physik und der Kosmologie (Olbers Paradoxon).
Voraussetzungen: Die Veranstaltung soll einführenden Charakter haben und richtet sich an Studierende aller Richtungen. Kenntnisse in philosophischer Argumentation, Logik, Statistik und Physik sind von Vorteil, werden aber nicht vorausgesetzt.
Wiederholung: ungewiss
P.S. Dieser Satz ist falsch.